Archiv der Kategorie 'Arbeitsberichte'

13
Feb
08

Konzerte auf Henkellsfeld

In dieser Woche erwartete uns ein wirklich wundervolles Projekt.

Die Henkell Söhnlein Sektkellereien Wiesbaden veranstalten seit 25 Jahren eine jährliche Konzertreihe. Hier werden gezielt junge Musiker gefördert. Kein Musiker darf zweimal auftreten. Die Konzertreihe findet jedes Jahr im Winterhalbjahr statt, und wird im wundervollen Marmorsaal des Haupthauses auf Henkellsfeld abgehalten. 400 Zuschauer finden hier Platz und jedes Konzert ist restlos ausverkauft.

An diesem Wochenende fand das Jubiläumskonzert statt. Der HR zeichnete das Konzert für HR2 (ehemals HR Classic) auf. Wir nutzten diese Chance und schnitten die Summe digital mit. Der Auftag sah vor, dass wir ein ca. sechs bis acht Minuten Beitrag mit dem Schwerpunkt Konzert produzieren, der dann von Henkell als DVD an die Konzertabonennten, Mitarbeiter und Kunden verteilt wird. Als Dankeschön und Werbung.

Bevor ich jedoch auf den Drehtag zu sprechen komme muss ich erst noch chronologisch auf unser Hotel zu sprechen kommen. Dies ist als Warnung gemeint.

Aufgrund der Tatsache, dass wir am Freitag bereits ab 11:00 Uhr mit den Dreharbeiten beginnen, mussten wir am Donnerstag Abend anreisen. Ursprünglich hatten wir im Hotel „Fürstenhof“ nur für eine Nacht reserviert, da eigentlich ein Dreh in der Nähe von Wiesbaden am Tag zuvor geplant war. Nach Absage dieses Termins mussten wir eine zweite Übernachtung nachbuchen. Bereits telefonisch wurden wir davon in Kenntnis gesetzt, dass wir in dieser ersten Nacht mit einfacheren Zimmern zufrieden sein müssten. Nun gut, für nur 40,-€ pro Nacht und Zimmer sollten wir diese Nacht wohl auch überleben. Nach der Ankunft im Hotel waren wir uns da nicht mehr ganz so sicher. Drei unserer Zimmer befanden sich auf einer Etage, das vierte Zimmer lag eine Etage tiefer. Wenn jetzt jemand das Bild der alten Edgar Wallace Filme vor seinem geistigen Auge abrufen kann, hat eine ungefähre Vorstellung. Die Zimmer hatten keine Dusche auf dem Zimmer, sondern boten nur eine Dusche für mehrere Zimmer auf dem Flur. Zumindest die auf unserer Etage. Ann Kathrin, die eigentlich in der Etage unter uns untergebracht war hätte ebenfalls unsere Dusche, also eine Etage höher, benutzen müssen. Na klar, man läuft ja auch gerne frisch geduscht durch das halbe Hotel.. Mal ganz davon abgesehen, dass eigentlich niemand ohne Taucheranzug und Gummischuhe die Nasszelle betreten wollte. Ann Kathrin bezog also mit Jenny zusammen ein Zimmer auf unserer Etage und wir gaben das vierte Zimmer zurück.

Am nächsten Tag sollten wir in die Komfortzimmer für 100,-€ pro Nacht umziehen. Da jedoch die Gäste bis 11:30 Uhr Zeit haben auszuchecken, wir jedoch bereits um 11:00 Uhr beim Kunden sein müssen bot uns das Hotel an unser Gepäck auf die neuen Zimmer zu bringen.

Wir machten uns beruhigt auf zum Henkellsfeld.

Ein wenig schockiert schienen die Verantwortlichen von Henkell als wir im Hause auftauchten. Hatte man doch dort anscheinend mit Menschen im Alter des restlichen Konzertpublikums gerechnet. Zwar hob ich selbst den Alterschnitt unseres Teams ungemein, jedoch waren die drei anderen Teammitglieder mit einem Alter zwischen 22 und 25 weit unterhalb des Publikumsschnitts, der bei geschätzten 65 Jahren lag. Trotzdem schafften wir es die Bedenken auszuräumen.

Zuerst nutzten wir mit beiden Kameras das herrliche Wetter aus um genügend Schnittbilder von außen zu drehen. Auch der Marmorsaal selbst strahlte durch ein riesiges Glasdach in einem wundervollen Glanz. Gold und Sonnenlicht harmonieren halt ungemein.

Ab 13:00 Uhr standen unsere drei Interviewpartner bereit. Zum Einen war dies der Sprecher der Geschäftsführung, sowie die Konzertagentin zum Anderen der Dirigent des heutigen Konzertes. Aus Anlass des Jubiläums wurde die Regel zum einmaligen Auftritt außer acht gelassen. Sowohl der Dirigent Gudni A. Amilsson, als auch die Solisten Wolfgang Emanuel Schmidt (Violoncello) und die Brüder Catona ( Gitarre) waren bereits Gäste im Marmorsaal.

Nach einem sehr guten Essen in der Henkell Betriebskantine machten wir noch einige Detailaufnahmen der Kunstwerke im Saal. Das Konzert begann mit einer Ansprache zum Jubiläum gegen 19:30 die Musik setzte dann gegen 20:00 Uhr ein. Wir waren mit zwei Kameras vor Ort und nahmen das gesamte Konzert auf. In der Pause gab es einen Sektempfang, den wir zum Drehen von Schnittbildern und zu einer Raucherpause nutzten.

Gegen 22:00 Uhr war das Konzert beendet. Es folgte ein Empfang mit Häppchen und Sekt, den wir nach Absprache mit dem Kunden jedoch nicht aufnehmen sollten. Wir bauten also unser Equipment ab und genehmigten uns einige der Häppchen.

Ungefähr um 23:30 machten wir uns auf den Weg ins Hotel.

Jetzt wird es spannend.

Im Hotel angekommen, erhielten wir unsere Zimmerschlüssel. Ein Blick auf die Zimmernummern zeigten uns, dass es sich wieder um Zimmer im sogenannten Gartenhaus handelte. Florian und ich machten uns gar nicht erst auf den Weg. Nach einigen Minuten kamen unsere beiden Mädels von Ihren Zimmern zurück. Ihr dorthin verbrachtes Gepäck hatten sie gleich mitgenommen. Auch wir riskierten jetzt einen kurzen Blick in die Zimmer und holten unser Gepäck. Diese Zimmer hatten zwar eine Dusche auf dem Zimmer, aber auch diese waren in mitleiderregendem Zustand. Der Eindruck von Edgar Wallace verstärkte sich. Anscheinend wurden Teppiche und Gardinen auch ungefähr zur Zeit der Entstehung der Filme das letzte Mal gereinigt. Nachdem wir nun acht Zimmer des Gartenhauses besichtigt und für nicht akzeptabel erklärt hatten, bekam der Nachtportier ein Problem. Telefonisch erkundigte er sich welche anderen Zimmer er uns anbieten dürfte. Glücklicherweise hatten wir bei diesem Gespräch die Möglichkeit einige Interne mitzubekommen. Einerseits sagte ihm die Dame am Telefon, wenn wir uns schon über diese Zimmer beschwerten sollte er uns auf gar keinen Fall Zimmer 116 zeigen. Andererseits hatten wir die Möglichkeit einen Blick auf das Zimmerverzeichnis zu werfen. Das standen doch tatsächlich folgende Informationen für den Nachtportiert:

Zimmer 126 Zimmer ok alte Möbel

Zimmer 118 Zimmer ok Badewanne jedoch schrecklich.

So ging es in dieser Liste fröhlich weiter. Die Hotelleitung wusste also sehr wohl vom Zustand der Zimmer. Uns wurden vier weitere Schlüssel ausgehändigt. Das erste war Zimmer 104. Hier waren wir eigentlich schon wieder herausgetreten bevor wir das Licht anschalteten. Das Zimmer an sich war das beste was wir bisher zu sehen bekommen haben, jedoch verströmte es einen Geruch, als wären hier in den letzten vierzehn Tagen Hammel am Spieß gebraten worden, und zwar durchgehend. Die anderen drei Zimmer brauche ich nicht weiter zu erwähnen. Wir teilten dem Nachtportier mit, das keines der Zimmer auch nur ansatzweise akzeptabel sei und wir deshalb an anderer Stelle nächtigen würden.

Nach einem Abstecher ins Dorint Wiesbaden, welches jedoch vollständig belegt war, checkten wir im Crown-Plaza ein. Da die Hotelrechnung eigentlich direkt an Henkell gehen sollte, wir dort aber natürlich um 01:00 Uhr nachts niemanden mehr erreichten begnügten wir uns mit zwei Doppelzimmern, da ich jetzt erst einmal per Kreditkarte in Vorkasse treten musste Diese waren jedoch jeweils mit zwei Kingsize Betten ausgestattet und somit vollkommen ausreichend. Nach erholsamen Schlaf und wundervollem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Berlin.

Am Montag telefonierten wir in aller Frühe mit den Leuten von Henkell, dass die zweite Nacht im Fürstenhof keinesfalls bezahlt werden sollte, und erläuterten die Vorkommnisse. Im Laufe des Vormittags erhielten wir einen erbosten Anruf vom Hotel Fürstenhof. „Was wir uns einbilden, wieso sollte diese Nacht nicht bezahlt werden, schließlich hätten wir sie gebucht und erst gegen 23:00 Uhr dagegen protestiert“ ……. Alles weitere spare ich mir. Allerdings wurde die Rechnung sofort storniert, als ich zur Sprache brachte dass auf der einen Seite Henkell und seine Kunden und Geschäftspartner sicher sehr an den Informationen interessiert sind, und ich andererseits auch bereits die Telefonnummer des Gesundheitsamtes Wiesbaden herausgesucht hatte um dort Anzeige zu erstatten.

Innerhalb der nächsten vier Tage entstand ein rundherum gelungener 7´38´´ Film der uns mit Stolz erfüllt (so sehr dass sich alle Beteiligten eine Kopie des Filmes auf DVD gebrannt haben), und den Kunden bereits im ersten Anlauf komplett überzeugt hat. Das hatten wir bisher noch nie. Keine Änderung bei einem Imagefilm.

Außerdem wurden wir doch recht jungen Teammitglieder wegen unseres angenehmen und professionellen Auftretens explizit gelobt. Das hört man doch gerne.

13
Jan
08

Russisches Neujahr und Kakerlaken

In dieser Woche stand meine Arbeit ganz im Zeichen der Kakerlake. Ja, richtig gelesen, anders ausgedrückt, es handelt sich um die südamerikanische Totenkopfschabe.

Nikolai Makarov ein in Moskau geborener Maler lebt seit langem in Berlin und New York. Seine Werke sind in Museen in Russland, Europa und den USA zu finden. In Berlin ist er Vorsitzender mehrerer Kunstvereine und Kunststiftungen und in New York Mitglied des Rates des Institutes für Philosophie und
Psychologie der Kunst.

Neben all diesen Aktivitäten ist er ein Mann der es versteht zu begeistern, und so sind seine alljährlichen Feiern zum russischen Neujahr in Berlin immer wieder ein Highlight. Im Rahmenprogramm dieses Events findet neben Musik, Tanz und Gesprächen, in diesem Jahr wird es zusätzlich einen Wodkabrunnen geben, auch eine Rennveranstaltung der besonderen Art.

Die kleinen, sonst so ungeliebten Vertreter der wohl erfolgreichsten Lebensform auf unserer Erde, treten im Rennen gegeneinander an. Kakerlaken.

Um auf diesen Event aufmerksam zu machen erstellen wir mit Archivaufnahmen aus dem letzten Jahr und neuem Material aus dieser Woche einen kurzen Magazinbeitrag.

Wir treffen Nikolai in seinem Atelier / Wohnung im Wedding. In den Räumlichkeiten fällt es nicht schwer Bilder zu finden. Nicht nur Bilder im Sinne des Malers, sondern auch im filmischen Sinn. Jeder Raum hat einen eigenen Stil. Es beginnt in der Bar. In einer Ecke des roten Raumes steht noch der Weihnachtsbaum. Neben dem Tresen steht eine Badewanne mitten im Raum, diese fungiert als Aquarium für rund ein Dutzend Goldfische.

Das Wohn- Schlafzimmer ist spartanisch eingerichtet, die Wände sind mit zwei großen Bild geschmückt eine weitere Wand mit ca. 20 kleinen Porträts. Alle in Airbrushtechnik entstanden und in erdigen Farben gehalten, hängen hier Wim Wenders, Alfred Biolek und Frau Birthler gemeinsam mit vollkommen unbekannten Personen an der Wand. Auch wenn die einzelnen Portraits schon beeindruckend sind, so ergibt sich aus der Zusammenstellung ein großes Gemälde.

Diese Wand wähle ich als Hintergrund für die O-Töne mit Nikolai aus. Die Unschärfe im Hintergrund verstärkt den Eindruck des Gesamtbildes noch. Nikolai fesselt einen mit seinen Antworten, er versprüht eine unglaubliche Lebendigkeit. Einzig seine Augen scheinen nicht in dieses Bild zu passen. Nicht dass sie nicht lebendig wirkten. Erst als ich das Material im Schnitt eingespielt hatte konnte ich feststellen woher dieser Eindruck kommt. Nikolai blinzelt nicht.

Nach den O-Tönen brauchten wir noch Bilder der Renntiere. Beim öffnen des Terrariums konnte ich feststellen, weshalb diese Tiere so ungeliebt sind. Kakerlaken stinken. Nach einigen Bildern aus dem Gewusel der rund 120 Tiere brauchten wir noch Rennbilder. In einem kleinen Nebenraum der Wohnraums steht die Rennstrecke. Acht Bahnen von zwei Metern Länge sind hier aufgebaut, abgetrennt sind sie untereinander durch Plexiglas. Die mittleren drei Bahnen haben wir mit Kakerlaken besetzt und ließen sie mehrfach rennen um unterschiedliche Einstellungen zu drehen. Vom Rennen des letzten Jahres gab es leider nur brauchbare Bilder der feiernden Menschen, so dass wir das Rennen auf diese Art nachstellen mussten.

Zum Abschluss des Drehs nahmen wir noch Nikolais Neujahrsgrüße auf, natürlich wurde nicht mit Sekt sondern mit Wodka angestoßen. Allerdings blieb das Glas ganz und wurde nicht an die Wand geworfen.

Wir drehten noch einige Schnittbilder im Atelier und außerhalb des Hauses.

Zurück in der Firma ging es darum einen 3´30´´ Beitrag für das Web und einen sechs Minuten Magazin Beitrag zu erstellen. Die tollen Bilder sprachen wirklich für sich, so hatten wir diesmal eher das Problem zu entscheiden welche wir rauslassen anstatt zu entscheiden welche wir hineinnehmen.

Bereits am nächsten Mittag waren beide Beiträge fertig. So kann es weiter gehen.

25
Dez
07

Silvestergefahren

Die Gefahren der Silvesternacht sind jedes Jahr wieder ein Thema für Funk, Fersehen und schreibende Presse. Auch wir beteiligen uns an diesem „same procedure as every year“. Interview Termine in der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) standen als erstes auf dem Programm. In den Räumlichkeiten des Bürotraktes suchten wir uns ein geeignetes Zimmer um die O-Töne aufzuzeichnen. Nachdem dieses gefunden war, war auch unsere Gesprächspartnerin bereit. Sie hatte bereits den ganzen Vormittag Telefoninterviews mit verschiedenen Radiosendern gegeben. Die ersten beiden O-Töne nahmen wir im Büro auf, die weiteren in den Katakomben der Bundesanstalt. Hier in den Bunkeranlagen, einige Stockwerke unter der Erde, lagern Proben und Muster der unterschiedlichsten Sprengkörper. Ja, auch die „harmlosen“ Silvesterböller gelten als Sprengkörper. Spätestens wenn man die Wirkung und Größe der hier gesammelten Exemplare sieht, wundert einen nicht warum. Die legal erhältlichen Knaller und Raketen sind da noch harmlos. Allerdings liegen hier auch Muster von illegal importierten Knallkörpern aus Polen und Tschechien. Einige dieser Exemplare brauchen in ihrer Wirkung den Vergleich mit Handgranaten nicht zu scheuen. Die größten Schwarpulvergebinde stellen jedoch die professionellen Feuerwerkskörper dar. In andere Form würde die hier verarbeitete Sprengstoffmenge locker zum Abbruch eines Mehrfamilienhauses reichen. Wir filmen sowohl Aufbewahrung als auch Testverfahren. Diese Tests müssen alle Feuerwerksartikel überstehen, welche mit dem begehrtem Prüfzeichen ausgestattet werden sollen, damit sie legal auf dem deutschen Markt vertrieben werden können.

Zum Abschluss drehe ich noch einige Abbrenntests kleinerer Feuerwerksartikel, die großen dürfen auf diesem Platz leider nicht getestet werden, sonder werden auf speziellen Sprengplätzen außerhalb Berlins gezündet.

Am frühen Nachmittag haben die Berliner Feuerwehr, die Polizei, die BSR und die Vivantes Kliniken zur Pressekonferenz gebeten. Unterstützung erhalten sie durch eine Abteilung der DLRG, welche sich auf die Darstellung von Verwundungen zu Schulungszwecken spezialisiert haben. Diese Abteilung kommt landesweit bei Katastrophenschutzübungen zum Einsatz. Heute stellen sie die häufigsten Verletzungen in der Silvesternacht dar. Aus eigenen Erfahrungen als Sanitäter kann ich bestätigen, dass sie die Realität sehr genau treffen.

Abgetrennte Finger oder ganze Hände, Gesichtsverbrennungen, Augenverletzungen und Schnittverletzungen durch umherfliegende Glasscherben sind kein wirklich schöner Anblick.

Die anwesenden Kamerateams und Kollegen der schreibenden Zunft stürzen sich auf jeden Tropfen Kunstblut (wir natürlich auch) und erwarten anschließend den Beginn der eigentlichen PK.

Nach der PK haben wir noch ein paar Einzelinterviews aufzuzeichnen und ich dreh gleich noch einige Schnittbilder von ankommenden Krankenwagen und dem Vivantes Klinikum Friedrichshain.

Anschließend haben wir eine ausgedehnte Mittagspause, da unser letzter Interviewpartner erst in zwei Stunden verfügbar ist.

Der junge Mann, der uns zum Abschluss Rede und Antwort steht, ist ein Silvesteropfer. Ein Feuerwerkskörper explodierte direkt vor seinem Gesicht. Zwar blieb er von Gesichtsverbrennungen verschont, jedoch brannten sich kleine Partikel in die Hornhaut seines rechten Auges ein. Auch eine Gefährdung durch den Explosionsdruck konnte nicht ausgeschlossen werden. Zu seinem Glück, verheilte die Hornhaut über einen Zeitraum von über einem Jahr ohne Narbenbildung, so dass seine Sehkraft nicht mehr eingeschränkt ist, jedoch ergibt sich durch den Explosionsdruck auf seinen Glaskörper ein erhöhtes Glaukomrisiko (grüner Star). Um dieser Erkrankung vorzubeugen muss er halbjährlich des Augeninnendruck kontrollieren lassen, lebenslang.

Als Interviewpartner ist er ein Glücksgriff, er spricht natürlich und trotzdem durchdacht und seine Antworten treffen den Ton der Zielgruppe.

Am Rande dieses Berichts möchte ich noch erwähnen, dass die Hauptgruppe der Opfer zwischen 18 und 25 Jahren, männlich und deutsch sind und aus Berlin Neukölln kommen.

Am nächsten Tag spielen wir das gedrehte Material ein und machen uns an den Roughcut. Die Redakteurin erarbeitet den Offtext und ich mache den Endschnitt. Eine vertonte Version des Beitrags geht an den Sender und eine unvertonte geht inklusive Shotlist und Text an das Webportal aus München.

12
Nov
07

Kindermusicaltheater

In dieser Woche stellte ich wieder einmal fest, wie sehr ich doch Kinder liebe.

Während ich in der letzten Woche mit dem Schnitt der Almaty Bilder beschäftigt war, war ein anderes Team von uns in Binz auf Rügen. Das Berliner Kindermusicaltheater hat dort eine Woche im Trainingslager verbracht und eine Galavorstellung im Kurhaus abgehalten.

Als Werbung für das Kindermusicaltheater und als Beitrag für TVB wurde dort gedreht und interviewt was das Zeug hält.

Leider hat die verantwortliche Redakteurin seit Dienstag Urlaub, so dass ich jetzt ein neues Projekt habe. Gut dass ich erstens dass Stück nicht kenne, zweitens eigentlich nicht als Redakteur hier bin und dritten kaum etwas schrecklicher finde als trällernde und hüpfende Kinder. Halt, doch, es gibt etwas, was noch schrecklicher ist, Musicals.

Wenn dieser Bericht also etwas kürzer ausfällt, dann bitte ich das zu entschuldigen. Ich brauche erstmal ein paar Tage in aller Stille, am besten irgendwo in einem Wald, ohne Gesang, Tanz und Kinder.

Das Projekt als solches ist ja eigentlich ganz toll. Kinder bekommen von Profis eine fundierte Ausbildung in allen Musical relevanten Bereichen (Gesang, Tanz, Choreographie) und erarbeiten eigene Stücke. Hier werden nicht, wie im Moment so beliebt, alt bekannte Pop- Songs zu Musicals zusammengestellt, sondern alle Stücke extra für das Musical komponiert. Im Dezember gibt es dann 16 Aufführungen im russischen Haus in der Friedrichstraße.

Im TVB Beitrag sollte die Arbeit des gesamten Teams vorgestellt werden. Also gab es jede Menge O-Töne mit Müttern, Choreographen, Komponisten, Kindern und dem Leiter des Kindermusicaltheaters in den Beitrag einzubinden. Natürlich sollte auch die Galavorstellung und die Proben nicht zu kurz kommen. Da es im Kulturhaus leider keine Möglichkeit gab live zu singen, musste die Musik von CD eingespielt werden. Dementsprechend war die Qualität des Tons auf unserem Material. Eigentlich hatte ich geplant, diese dort benutzte CD als Tonspur für die Filmaufnahmen zu verwenden. Leider war sie auf der Rückreise irgendwo verloren gegangen, so dass ich versuchen musste etwas aus dem Material zu zaubern, welches wir mitgebracht hatten. Zwar gab es im Kindermusicaltheater noch eine CD Version des Musicals, leider war diese jedoch in Form einer Hörspiel CD angelegt und passte auch ansonsten nicht zu den in Binz gesungenen Versionen. Ein hoch auf die moderne Technik, mit stundenlangen Versuchen am Mischpult und in unterschiedlichsten Soundtools war der Klang zum Schluss wenigstens erträglich.

Der Beitrag wurde mehrfach bei TVB ausgestrahlt und das Musical ist im Dezember zu sehen. Dort wird auch noch eine DVD entstehen.

Kindermusicaltheater Berlin : Die Schneekönigin.