Stellen sie sich vor, sie haben ein Auto zum Preis von ca. 20000€ gekauft.
An Tag 1 startet der Wagen völlig normal und läuft den ganzen Tag problemlos. Ihnen fällt nur auf, dass der Wagen nur ein einziges Ablagefach besitzt in das alles was sie in Ihr Fahrzeug für den täglichen Bedarf packen hineinfällt.
An Tag 2 startet startet der Wagen völlig normal, allerdings suchen sie jetzt einige Unterlagen, welche sie gestern auf den Beifahrersitz gelegt haben, wie alles andere auch, liegen diese Unterlagen irgendwo in der Lagerbox. Nach einigen Stunden Fahrt fällt ihnen auf, dass die eingestellte Uhr zwar funktioniert, aber nicht angezeigt wird.
Am 3. Tag startet Ihr Auto nur, wenn sie den Blinker gleichzeitig setzen. Die Uhr können sie wieder sehen, Ihre Unterlagen haben sie inzwischen in der Ablage wiedergefunden allerdings fehlen von ihrer Präsentation die Seiten 3,7,9,11,12 und 14. Die Musikuntermalung, welche sie auf einer CD in den Unterlagen hatten, ist leider auch nicht mehr ganz vollständig.
Am 4. Tag startet ihr Auto mit der Fehlermeldung, dass einige Inhalte aus ihrer Ablagebox „offline“ sind. Sie fahren zu ihrer Werkstatt und lassen ein Update der Fahrzeugsoftware aufspielen.
An Tag 5 startet ihr Auto nicht, es erscheint die Fehlermeldung : „Sie haben das falsche Autoradio eingebaut“ Da sie ihr Auto brauchen, kaufen sie ein zur Steuerungssoftware passendes Autoradio. Jetzt startet das Auto. Inhalte der Mediabox sind immer noch Offline.
An Tag 6 startet Ihr Fahrzeug völlig normal. Sie müssen zur Tankstelle, nach dem Volltanken meldet ihr Auto, dass es den Tank nicht finden kann. Im Menu können sie nur noch Tanks auswählen, welche eigentlich zu Motorrädern gehören. Sie fahren mit dem Bus.
……….
Diese Geschichte lässt sich unendlich weiterspinnen. Leider ist es kein Märchen. Wie so häufig (z.B. VHS / Beta, Windows/OS2) hat sich nicht das bessere System durchgesetzt, sondern jenes welches besser gepusht wurde. So ergab sich vor etlichen Jahrzehnten ein Quasistandard, an dem man einfach nicht vorbeikommt. Man ist gezwungen mit einer Software/Hardware Kombination zu arbeiten, welche einen mehr behindert als unterstützt. Teilweise geht das Schneiden am alten Steenbeck mit Film schneller, als das NLE mit Avid. Nahezu jedes Consumerschnittprogramm läuft stabiler, anwenderfreundlicher, intuitiver und einfach besser als Avid. Nun könnte man ja meinen, das der Vorteile wenigstens in einem einheitlichen Workflow der unterschiedlichsten AVid Varianten liegt. Aber weit gefehlt. Wie Microsoft, hat auch Avid die meisten Tools nur aufgekauft, damit ergibt sich zwar ein einheitlicher Name, das war´s aber auch schon. Die einzige für mich rühmliche Ausnahme stellt hier Avid Liquid dar. Kein Wunder hat es doch nichts mit Avid zu tun, sonder ist eigentlich ein Pinnacle Liquid. Wie üblich schluckte der Gößere den Kleineren und nun schmückt man sich mit wenigstens einem voll funktionsfähigem Produkt.
Wem die obige Geschichte bekannt vorkommtobwohl er noch nie etwas mit Videoschnitt zu tun hatte dem kann geholfen werden. Die weithin bekannte Audiosoftware Protools (annähernd gleiche Story wie oben) kommt inzwischen auch aus dem Hause Avid.
Fazit:
Wenn ich nicht darauf angewiesen bin, dass an anderer Stelle mein Beitrag weitergeschnitten werden muss setze ich voll auf Sony Vegas Pro 8 (ehemals Sonic), zur Soundbearbeitung eingebunden Soundforge und dem Titel Plugin von Heroglyph. Wenn es denn unbedingt Avid sein muss, dann kommt bei mir nur Avid Liquid auf den Rechner.
Beide Software Pakete sind zu einem überschaubaren Preis erhältlich, erzwingen nicht unbedingt Hersteller spezifische Hardware und laufen stabil und komfortabel. Auf Mac´s ist dann wohl Final Cut die Alternative.
Neueste Kommentare