Gestern stand wieder einmal ein Drehtermin an. Für ein Imagefilmprojekt der InMedia Film und Fernsehproduktion mussten noch einige fehlende Bilder bei Mövenpick in Potsdam nachgedreht werden. Wenn Sie etwas mehr über den Dreh und die Bedingungen vor Ort erfahren wollen, dann kann ich hier auf den Blog meines Kollegen verweisen. In meinem heutigen Bericht geht es um die Anfahrt zum Drehort.
Im Autoradio liefen schon den ganzen Tag Meldungen, dass die Nuthestraße und einige andere Straßen aufgrund einer Bombenentschärfung gesperrt sind. Kurzerhand beschlossen wir (unser Drehteam aufgeteilt auf 2 Wagen) Potsdam von Spandau aus an zu fahren. Auf der Bundesstraße in Höhe des Ortes Krampnitz fuhren wir langsam in einer Kollone hinter einem großen Trecker . Auf den Trecker folgte ein Pkw, ein Krankentransporter, mein Wagen, der zweite Wagen unseres Teams, und noch einige andere Fahrzeuge, einschließlich eines kleinen VW Fox eines Sicherheitsunternehmens. Kurz vor einer Rechtskurve schert der Krankentransporter vor uns aus und setzt zum Überholen an. Als er ungefähr mit der halben Fahrzeugbreite auf der Gegenspur ist, schwenkt er hastig wieder auf unsere Spur ein. Aufgrund der Rechtskurve hatte er erst zu spät ein entgegenkommendes Fahrzeug bemerkt. Um eine Kollision zu vermeiden, musste der entgegenkommende Geländewagen auf den nicht befestigten Seitenstreifen ausweichen. Durch den recht matschigen Untergrund geriet der Geländewagen ins Schleudern . Der Fox der Sicherheitsfirma, der einige Fahrzeuge hinter uns fuhr, geriet dadurch in die “Einflugschneise” des schleudernden Geländewagen. Der Fahrer des Pkw steuerte seinen Fox auf unseren unbefestigten Randstreifen und kam dort zum Stehen. Der Fahrer des SUV steuerte seinerseits, um einen Aufprall auf den Kleinwagen zu verhindern, vehement nach recht. Über ein Böschung hinweg schleuderte er in den Wald und kam an einem Baum zum Stehen. Unsere beiden Teamfahrzeuge hielten an. Nach einer kurzen Absprache drehten Florian und ich mit unserem Wagen um, Jana, Tobias und Marcus setzten den Weg Richtung Potsdam fort und konnten uns kurze Zeit später das Kennzeichen des Krankentransporters, der weiter gefahren war, per Handy durchgeben. Auch ein anderer Fahrzeugführer hatte den Krankentransporter verfolgt und dem Fahrer mitgeteilt, dass er einen Unfall verursacht hat.
Erst einmal das Gute, dem Fahrer des Geländewagens ist nichts passiert. Auch alle Anderen sind ohne Blessuren davon gekommen. Das hätte aber auch ganz anders aussehen können. Hätte das schleudernde SUV den Fox erwischt, hätte es mit hoher Wahrscheinlichkeit mindesten zwei Schwerverletzte gegeben.
Was mich allerdings viel schwerwiegender betrifft, ist das Verhalten des Krankentransporters. Sowohl Fahrer als auch Beifahrer des Transporters trugen Warnjacken mit dem Aufdruck Rettungssanitäter. Den Unfall nicht zu bemerken, ist für einen fahrtüchtigen Kraftfahrer, aus meiner Sicht unmöglich. Nicht umsonst haben diesen Unfall ja anscheinend fast alle Anderen in der Kolonne bemerkt. Das Quietschen und der Einschlag in dem Baum waren auch nicht zu überhören. Wie man dann weiterfahren kann ist mir unerklärlich. Hätten nicht wenigstens ein paar Leute angehalten und gemäß ihrer Pflichten gehandelt, würde es rechtlich für den Geländewagenfahrer wahrscheinlich bitter aussehen. Schließlich waren in dem Krankentransporter zwei Personen. Außerdem hätte er kein Kennzeichen gehabt. Er würde wahrscheinlich auf seinem Schaden sitzenbleiben.
Bitte tut mir alle einen Gefallen, wenn Ihr einen Unfall bemerkt oder einen Menschen in Not seht, haltet an und helft. Irgendwann könntet Ihr es sein die Hilfe braucht.
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